Was vor der Ausbildung noch beachtet werden sollte

Bevor mit eine vielversprechenden und erfolgreichen Abrichtung, egal in welcher Sparte, begonnen werden kann, ist es notwendig, dass der HF sich ein theoretisches Grundwissen aneignet und dieses ständig erweitert! Warum?

Der Hund ist ein lebendiger Organismus, ein Individuum. Die Leistungsfähigkeit von Tier zu Tier, selbst gleicher Rasse. gleichen Alters und Geschlechts ist häufig sehr unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig.
Einen Hund zu überfordern, gleich ob psychisch oder physisch wirkt sich ebenso ungünstig auf ihn aus, wie die Unterforderung.
Das setzt ein Wissen um die Grenzen der psychischen und physischen Leistungsfähigkeit ebenso voraus, wie die richtige Einordnung des Hundes in Bezug auf Wesen und Temperament.
Es bedarf viel Einfühlungsvermögens des HFs, ganz speziell auf seinen Hund eingehen zu können.

Häufig werden nicht alle Signale des Hundes vom HF in genügendem Maße erkannt und gewürdigt, oder sie werden fehlgedeutet.

Ein prägnantes Beispiel hierfür: Während des Weges zur "Spielwiese" humpelt der Hund. An der Wiese bzw. während des Spiels tollt und rennt der Hund "fast" völlig beschwerdefrei umher, um bei der Abrichtung bzw. auf dem Weg nach Hause, wieder zu humpeln. Es ist - mit ganz wenigen Ausnahmen - völlig falsch, von einem Simulanten auszugehen.

Trieb
Bevor mit der eigentliche Ausbildung begonnen wird, sollte die Triebförderung beim Hund gefestigt sein. Es ist hierbei egal, ob ich meinen Hund über das Spiel (Beutetrieb) oder Futter (Fresstrieb) Ausbilden möchte. Wichtig ist allein, dass dieser Trieb beim Hund stark ausgeprägt ist, da er hierüber seine Bestätigung für gewünschtes Verhalten erhält. Es nutzt uns nichts, wenn wir ihn z.B. mit einem Ball bestätigen wollen, für den er sich gar nicht interessiert. Ganz problematisch wird es, wenn wir mit einer Einwirkung den Hund korrigieren mussten und ihn dann im Abschluss nicht über seine Beute neu motivieren können, wir haben dann sehr schnell einen lustlosen und evtl. auch unsicheren Hund an unserer Seite.

Also bitte erst Geduld und genügend Zeit investieren, um den Trieb richtig zufördern und dann mit dem "Ernst" des Lebens beginnen, danach werden wir (Hund + Führer) auch lange gemeinsame Freude an der Ausbildung haben.

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