Was ist passive Einwirkung?

Unter Einwirkung verstehen wir normaler Weise eine aktive Handlung am Hd.. Das heißt z.B. ein Leinenruck, der Druck auf die Kruppe um den Hd. ins Sitz zu bringen und so weiter...

Der Unterschied zur passiven Einwirkung ist, das wir nicht selber aktiv werden, sondern uns bestimmter Hilfsmittel bedienen. 

Beispiel 1 Sitzübung :
Unser Hd. führt zwar das Kommando "Sitz" schnell aus, sitz dabei aber schräg von uns weg. Wir könnten dies mit zur Hilfenahme unserer Hand korrigieren, in dem wir ihn in die richtige Position rücken, dies wäre aber eine aktive Einwirkung. Die passive Möglichkeit wäre, sich für diese Übung eine Wand, einen Zaun oder ähnliches zu suchen, an der wir dann diese Übung ausführen. Der Hd. befindet sich zwischen dem Hindernis und dem HF, bei dem Hörzeichen "Sitz" kann der Hd. sich nur noch wie gewünscht in die Sitzposition begeben, da die natürliche Begrenzung keine andere Möglichkeit lässt. Wichtig ist das der Hd. mich bei den Übungen fixiert, merke ich bei Wiederholungen, das der Hund das Hilfsmittel wahrnimmt und daraufhin selbständig absitzen will, breche ich ab und mache erst einmal andere Dinge und wiederhole später die Übung erneut. Wenn der Hd. auf die Hilfsmittel reagiert nutzen sie mir nicht mehr viel und ich muss eine neue Möglichkeit finden. Also nie viele Wiederholungen hintereinander, höchsten 1 - 2x abrechen, Spielen.   

Beispiel 2 Stehübung :
Der Hd. bleibt nach dem Kommando "Steh" nicht auf seinem Platz, sondern neigt zum hinterherlaufen, was vielerlei verschiedene Gründe haben kann. Ich benutze dazu zwei kleine Pflöcke, die ich in den Boden stecke und mit einer Schnur verbinde, so dass diese ca. 15 cm über dem Boden ist. Ich gehe dann normal mit meinem Hd. zur Stehübung, gebe dem Hd. das Kommando gut einen Schritt vor meinem Hindernis. Sollte der Hund jetzt weiterlaufen, wird er gegen die Schurr laufen, was ihn Überrascht und auch etwas unangenehm sein kann. Auch hier gilt, wie oben schon erwähnt, der Hd. darf das Hindernis nicht wahrnehmen und die Übungen nicht zu häufig wiederholen.

Dies sind nur Beispiele die verdeutlichen sollen, das man mit etwas Phantasie, evtl. auch von anderen, einen Hd. ohne aktive Einwirkung einfach korrigieren kann, der Vorteil von dieser Methode liegt darin, das der Hd. die passive Einwirkung nicht mit uns verbindet. So kann man fast für jede Übung irgendwelchen Hilfsmittel einsetzen, ohne das wir selber auf den Hund Einfluss nehmen müssen und er sich mehr oder weniger selber korrigieren kann.

< zurück - Übersicht - weiter >