Voraus

Auf das Hörz. "Voraus" und gleichzeitiger Richtungsweisung in gerader Richtung, soll der Hd.  zu einem etwa 50 m entfernten Endpunkt laufen. Danach wird der Hd. mit "Platz" abgelegt und wird anschließend von dort abgeholt.
Für diese Übung werden oft unterschiedliche Praktiken benutzt, die sich je nach der Veranlagung des Tieres richten. Einige gebräuchliche Methoden sollen hier erläutert werden. Am häufigsten ist die Methode, den Hund zuerst am Endpunkt mit "Platz" abzulegen. Nachdem er dort einige Minuten gelegen hat, wird er abgerufen und sofort wieder zum Endpunkt geschickt. Die Entfernung ist zu Anfang recht gering und wird erst langsam gesteigert, wenn der Hund den Ablauf umgesetzt hat. Bei dieser Methode wird das instinktive Verhalten - das Aufsuchen des ehemaligen Ablageortes - genutzt. Sehr oft kann diese Methode bei Prüfungen beobachtet werden, bei der die HF ihre Tiere vorher auf die Platzverhältnisse "einstellen".
Mit dem eigentlichen Voraussenden - Laufen in eine beliebige Richtung - hat dies allerdings sehr wenig zu tun. Sollen derart trainierte Hd., in eine vorher unbekannte Richtung laufen, gibt es herbe Enttäuschungen.

Eine andere Methode besteht darin, dass der Hund am Ablageort Futter oder einen Gegenstand (Ball, Triebstange, Gegenständer, die dem HF gehören) vorfindet. Bei dieser Methode wird der Beutetrieb des Hundes, die Apportierfreude u. a. angesprochen. Später, wenn der Hd. diese Übung beherrscht, entfallen diese Hilfsmittel.

Im weiteren ist darauf zu achten, dass die Strecke nicht immer parallel zu Wegen oder sonstigen Orientierungshilfen verläuft. Der Hd. soll auch diagonal zu Anlage geschickt werden, damit er wirklich der Richtungsweisung mit der rechten Hand seines HF folgt. Bereitet dies Schwierigkeiten, können immer wieder Hilfsmittel eingesetzt werden.

Die Übung ist beendet, wenn der Hd. ca. 50 m, freudig und schnell läuft und sich auf das Kommando "Platz" am Ablageort schnell legt. Unerwünschte Verhaltensweisen, wie Schnüffeln und unruhiges Liegen sind zu unterbinden.

Ich selber übe das Voraussenden, indem ich über den Beutetrieb arbeite. Ich gehe die ersten Male mit dem angeleinten Hund gemeinsam an den Endpunkt zeigen Ihm seinen Ball und mache Trieb, lasse ihn den Ball aber nicht bekommen. Dann lege ich den Ball an den Endpunkt und begebe mich mit meinem Hund ca. 10 m weg. Der Hd. hat jetzt das Bestreben zu seinem Ball zu kommen und dies nutze ich aus. Wenn ich ihn jetzt in diese Richtung schicke, läuft er freudig und schnell dorthin, er nimmt seinen Ball und ich rufe ihn zu einem Spiel zu mir, auf das "Platz" verzichte ich erst einmal völlig, um ihm nicht den Drang nach vorne zu nehmen.
Sobald er das Kommando und das Sichtseichen sicher gedeutet hat, lege ich den Ball schon vorher an den Endpunkt, so das der Hd. dies nicht mitbekommt. Aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen, wird er sich evtl. das erste Mal etwas langsamer lösen, aber danach wird er wieder genauso schnell und freudig den Endpunkt anlaufen.

Wenn der Hd. das dem Kommando "Voraus" verstanden hat und sein Trieb deutlich in die Richtung nach vorne drängt, dann beginne ich auch mit dem Gehorsam davor, d.h. ich gehe mit dem angeleinten Hd. aus der Grundstellung heraus  "Fuß", wenn der Hd. diese Übung erwartet, wird er dazu neigen vorzuprellen und schon vorzeitig starten zu wollen. Dies wird dann konsequent unterbunden (Wendungen etc.), erst wenn der Hd. korrekt Läuft gebe ich ihm das Kommando "Voraus". Wenn ich dies nicht mache, wird der Hd., vor allem ohne Leine, immer versuchen vorzeitig loszulaufen oder extrem vorzuprellen.

Sobald der Hd. immer, auch auf größere Entfernung dieses Vorauslaufen sicher umsetzt, binde ich das "Platz" mit ein. Auch sollte der Hd. das Kommando "Platz" bereits sicher beherrschen, da ich mich ja nicht in unmittelbarer Nähe befinde und so auch nicht direkt auf den Hund einwirken könnte, wenn er sich beim "Platz" sperrt.

Im Weiteren variiere ich dann immer wieder, das "Voraus" mit abrufen und Spiel und dem "Platz" am Ablageort, dann hole ich ihn dort ab und spiele dann.

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